{"id":15,"date":"2014-12-29T19:18:38","date_gmt":"2014-12-29T19:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/baumi-gl.ch\/nu\/?p=15"},"modified":"2017-03-02T18:58:00","modified_gmt":"2017-03-02T18:58:00","slug":"besiedelung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/baumi-gl.ch\/nu\/glarus\/besiedelung\/","title":{"rendered":"Besiedelung"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\">Ortsbezeichnungen belegen eine Besiedelung des Linthtales etwa ab dem 5. Jahrhundert vor Christus; sie lassen die Anwesenheit von Ligurern, R\u00e4ten, Kelten und Romanen erkennen.Laut durch Ausgrabungen gewonnener Erkenntnis stand die erste Talkirche im 6. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Gerichtshauses in Glarus. Die Siedlung ist demnach viel \u00e4lter als die meisten Schweizer St\u00e4dte ohne r\u00f6mische Wurzeln.Erste urkundliche Erw\u00e4hnung findet &#8222;Clarona&#8220; in einer aus dem 9. Jahrhundert stammenden Lebensgeschichte der Heiligen Felix und Regula. Diese seien auf ihrer Flucht nach dem Gemetzel der theb\u00e4ischen Legion in St-Maurice durch &#8222;w\u00fcste Orte der Ein\u00f6de, die Clarona heisst,&#8220; gezogen: nach Z\u00fcrich, wo sie als M\u00e4rtyrer den Tod fanden. Der Meierhof, als Sitz der Verwalter des Frauenklosters S\u00e4ckingen befand sich in Glarus, das lange Zeit aus zwei getrennten Siedlungen bestand. Grosse Teile des Glarnerlandes geh\u00f6rten bis Ende des 14. Jahrhunderts dieser Grundherrschaft, von der sich die Talleute loskauften, ihr aber noch bis 1790 einen &#8222;ewigen Jahreszins&#8220; entrichteten.Auch die ersten Landsgemeinden m\u00f6gen hier abgehalten worden sein; die \u00e4lteste urkundlich belegte Landsgemeinde, an der sich die Glarner Landessatzungen gaben, fand 1387 statt. &#8211; Der Wert dieser Institution wird auch heutzutage kaum angezweifelt. Sie findet am 1. Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz in Glarus statt; bei sehr schlechtem Wetter wird sie um eine Woche verschoben.Der fr\u00fche Kirchenbau &#8211; die Glarner Kirche war bis ins 13. Jahrhundert die einzige Pfarrkirche des Tales &#8211; und die zentrale Lage bestimmten die Entwicklung der Siedlung mit, die 1419 von der Landsgemeinde zum Hauptort bestimmt worden ist. Hier befanden sich die Ratsh\u00e4user des Landes, wurde Recht gesprochen, wurden Leute gefangen gehalten, an den Pranger gestellt oder gar zur Richtst\u00e4tte gef\u00fchrt; hier gr\u00fcndete Huldrych Zwingli &#8211; von 1506 bis 1516 Pfarrer von Glarus, das sich nicht zuletzt wegen dieser Beziehung seiner Reformation anschloss &#8211; eine Lateinschule, und hier wurde 1560 das erste &#8222;Spital&#8220; als Unterkunft f\u00fcr arme und &#8222;pesthafte&#8220; Leute gebaut.W\u00e4hrend der Helvetik war Glarus Hauptort des Kantons Linth (1798-1803).Da nach der Reformation die Gemeinde konfessionell gemischt blieb, ergab sich eine \u00e4usserst komplizierte Gemeindeorganisation. Dem Tagwen (inzwischen in der Ortsgemeinde aufgegangene B\u00fcrgergemeinde) geh\u00f6rten alle Stimmberechtigten, gleich welcher Konfession, an. Das traf auch auf die gemeine Kirchgemeinde zu, welcher die mit der Einwohnerschaft von Riedern gemeinsam genutzte Kirche sowie einiges Verm\u00f6gen unterstand. Deshalb trennten sich die Kirchgenossen von Mitl\u00f6di, Netstal und Ennenda auch nicht von ihr, als sie eigene Kirchen gebaut und eigene Kirchgemeinden gegr\u00fcndet hatten: Es setzte sich die gemeine Kirchgemeinde nicht nur aus Angeh\u00f6rigen verschiedener Konfessionen, sondern auch aus Aktiv- und Passivkirchgenossen zusammen, die zudem verschiedenen Gebietsk\u00f6rperschaften angeh\u00f6rten. &#8211; Auch war das Schul- und F\u00fcrsorgewesen konfessionell organisiert. Die verschiedenen Gruppierungen waren gezwungen, zusammenzuarbeiten, Vertr\u00e4ge auszuhandeln, gemeinsame Gremien zu bilden. Der Stand Glarus nahm manche Entwicklung in der Beziehung der Konfessionen zueinander vorab &#8211; und dies gl\u00fccklicher- und bezeichnenderweise -, ohne dass es zu offenem Krieg gekommen w\u00e4re.Nachdem Schule und F\u00fcrsorge zu Aufgaben der staatlichen Politik geworden sind und das Simultanverh\u00e4ltnis an der Stadtkirche 1964 mit der Weihe der St.-Fridolins-Kirche untergegangen ist, gibt es noch folgende selbstst\u00e4ndigen K\u00f6rperschaften: Ortsgemeinde Glarus, Schulgemeinde Glarus-Riedern, F\u00fcrsorgegemeinde Glarus-Riedern, Evang.-Ref. Kirchgemeinde Glarus-Riedern, R\u00f6m.-kath. Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda.Die Gemeinden Glarus und Riedern bilden einen Landratswahlkreis, der 13 der 80 Glarner Landr\u00e4te (Legislative) zu w\u00e4hlen hat. Zudem haben sie in einer Vereinbarung die Zusammenarbeit in Zivilschutz, Feuerwehr, Vormundschaft, Altersbetreuung, Spitex, Friedhofwesen geregelt.Im 20. Jahrhundert wurde Glarus vom Industriestandort zum Dienstleistungszentrum. Die Bev\u00f6lkerungsentwicklung verl\u00e4uft vergleichbar mit &#8222;echten&#8220; St\u00e4dten: wies die Volksz\u00e4hlung 1970 noch 6189 Personen aus, betrug die mittlere Wohnbev\u00f6lkerung 1998 noch rund 5500 Personen. Wohnraum wird zum Arbeitsraum; in den Sektoren 2 und 3 bieten 512 Arbeitsst\u00e4tten ann\u00e4hernd 4000 Arbeitspl\u00e4tze an, davon 3300 im Dienstleistungsbereich. Die einst wichtigen Textilfabriken sind aus dem Ortsbild weitgehend verschwunden. Gr\u00f6sster Arbeitgeber ist das Kantonsspital, das \u00fcber 400 Stellen anbietet.Glarus baute seine Infrastruktur stets aus. Es verf\u00fcgt \u00fcber unersch\u00f6pfliche Quellwasserreserven, ein Grundwasserpumpwerk, drei kleinere Stromproduktionsanlagen, eine Erdgasversorgung, und die Kommunikationsdaten werden von einer Grossgemeinschaftsantennenanlage bezogen und teils bereits durch Glaskabel (www.wbg-glarus.ch) verteilt.Das Schulangebot ist hervorragend: Sitz von Kantonsschule, Diplommittelschule, kaufm\u00e4nnischer Berufsschule, Pflegeschule. In der Grundstufe wird die M\u00f6glichkeit der Einf\u00fchrungsklasse angeboten sowie ein freiwilliges 10. Schuljahr, ein Werkjahr und eine Integrationsklasse. Die Schulen von Glarus besuchen rund 1700 Kinder und Jugendliche. Die Schulgemeinde betreibt einen Kinderhort und je ein privater Verein eine Kinderkrippe \/ die Musikschule. Das Freizeit- und Sportangebot ist ebenfalls vielf\u00e4ltig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ortsbezeichnungen belegen eine Besiedelung des Linthtales etwa ab dem 5. 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